Ursachen von Diabetes insipidus

Die Entstehung einer Diabetes insipidus kann unterschiedliche Ursachen haben und ist abhängig davon, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Erkrankung handelt. Bei etwa einem Drittel aller Patienten kann die Ursache der Diabetes insipidus nicht ausfindig gemacht werden. In diesem Fall wird der Diabetes insipidus als idiopathisch, also ohne bekannte Ursache, bezeichnet. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist dann eine Autoimmunerkrankung, bei welcher Auto-Antikörper gegen die Zellen gebildet werden, die für die Produktion von ADH verantwortlich sind, als Ursache anzusehen.

Was ist ADH?

ADH bzw. Vasopressin ist ein Hormon, das im Hypothalamus gebildet und in der Hypophyse gespeichert wird. Von der Hypophyse aus erfolgt der Transport über das Blut in die Nieren, wo das Hormon die Flüssigkeitsausscheidung reguliert. Dadurch, dass ADH Wasser zurückhält, wird verhindert, dass der Körper zu viel Wasser ausscheidet.

Bei einer erhöhten Trinkmenge gibt die Hypophyse weniger ADH ab, weshalb es zu einer vermehrten Urinausscheidung kommt. Die Nieren sind nicht dazu in der Lage, Wasser wieder aufzunehmen, geschweige denn, den Harn zu konzentrieren. Dieser Flüssigkeitsverlust muss durch exzessives Trinken - meistens 8 bis 15 Liter täglich - ausgeglichen werden, damit der Körper nicht austrocknet.

Ursachen von Diabetes insipidus centralis

Die wesentlich häufiger vorkommende Diabetes insipidus centralis ist oftmals die Folge eines Tumors oder einer Operation. Aber auch Erkrankungen oder Entzündungen, wie Tuberkulose oder die Bindegewebserkrankung Sarkoidose, können zur Entstehung einer Diabetes insipidus centralis beitragen. Sexuell übertragbare Krankheiten, darunter Syphilis, und eine Blockierung der Arterien, die zum Gehirn führen, sind ebenfalls mögliche Ursachen.

Tumore und Operationen an der Hypophyse

Nicht selten kommt es bei einem Tumor im Hirn oder an der Hirnanhangdrüse dazu, dass die Produktion oder die Freisetzung von ADH gestört wird. Das gleiche Risiko besteht bei Operationen, die an der Hypophyse durchgeführt werden. Ist die Freisetzung von Vasopressin nach Entfernung des Tumors nicht mehr behindert, kommen die Betroffenen meistens ohne Medikamente aus.

Schädel-Hirn-Traumata und andere Unfallverletzungen

Auch ein Schädel-Hirn-Traumata oder andere Unfallverletzungen können einer Diabetes insipidus vorausgehen.

Psychische Erkrankungen

Ebenso für die Entstehung einer Diabetes insipidus centralis verantwortlich sein können psychische Erkrankungen. Sind diese für den starken Durst und die damit einhergehende starke Flüssigkeitsaufnahme und -ausscheidung verantwortlich, ist die Rede von einer psychogenen Polydipsie, die dafür sorgt, dass der Körper auf ADH nicht mehr anspringt.

Ursachen von Diabetes insipidus renalis

Im Gegensatz zur centralen Form sind die Ursachen für eine Diabetes insipidus nicht im Mangel des Hormons ADH zu finden. Vielmehr liegt eine Erkrankung der Nieren zu Grunde, die das ADH nicht verarbeiten können. Folgende Ursachen kommen für die Entstehung einer Diabetes insipidus renalis infrage:

Nierenerkrankungen (Niereninsuffizienz, Nierenbeckenentzündung)

Nierenerkrankungen können die Wirkung von Vasopressin an der Niere abschwächen.

Medikamente

Wer bestimmte Medikamente, wie in etwa Lithium, nehmen muss, kann ebenfalls eine Diabetes insipidus renalis entwickeln. In diesem Fall werden die Funktionen des Hormons durch die Medikamente behindert.

Blutveränderungen

Sowohl ein erhöhter Eiweißanteil als auch erhöhte Kalziumwerte oder niedrige Kaliumwerte können an der Entstehung einer Diabetes insipidus renalis beteiligt sein.

Genetische Ursachen

Bei nur etwa 1 Prozent der Betroffenen liegt eine genetische Ursache vor, in dem meistens die Mutter das Ausbleiben der Wirkung von ADH an der Niere an ihren Sohn weitervererbt.
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